엘프리데 옐리네크의 페미니즘 극 - 『노라가 남편을 떠난 후 , 무슨 일이 일어났나 혹은 사회의 자주들』

저작시기 1997.01 |등록일 2003.07.10 | 최종수정일 2016.07.16 어도비 PDF (pdf) | 21페이지 | 가격 5,600원

서지정보

발행기관 : 한국독어독문학회 수록지정보 : 독일문학 / 62권
저자명 : 김미란 ( Mi Ran Kim )

영어 초록

Die o¨sterreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek(geb. 1946) versucht in ihrem ersten Theaterstu¨ck, Was geschah, nachdem Vora ihren Mann verlassen hatte oder Stu¨tzen der Gesellschaft (1979), die Tendenz der Frauenbewegung in den 70er Jahren sichtbar zu machen. Wie andere Theaterstu¨cke von Jelinek hat theses Stu¨ck Versuchscharakter im Sinne der experimentellen Anordnung. Ihre Theaterstu¨cke wollen das Verhalten bestimmter Personen oder Figuren mit biographisch bekannten Hintergrund in zeitfremden Situationen zeigen, um zu pru¨fen, ob die Probleme sich erledigt haben. Im Stu¨ck Nora wird auch getestet, wie sich die Frauenemanzipation im 20. Jahrhundert entwickelt. Jelineks Nora wurde genau 100 Jahre each Ibsens Nora oder Puppenheim(1879) uraufgefu¨hrt. Im Mittelpunkt steht Noras neuerlicher Aufstieg und Niedergang. Nora, die Ehemann samt Kindern verließ, wird zuerst Fabrikarbeiterin, dann Liebhaberin von einem Firmenchef, und dann eine Nutte und schließlich wieder Ehefrau von ihrem ehemaligen Mann. Sie hat zwar ihre `natu¨rliche` Rolle als Frau, na¨mlich als Mutter, hinter sich gelassen, aber verfu¨hrt noch von den Wu¨nschen nach Liebe und Sicherheit, bleibt sie dem Bedu¨rfnis nach Ehe voll verhaftet. Sie erfa¨hrt, wie sie vom Lustobjekt der Ma¨nner sehr schnell zum Instrument von wirtschaftlichen Interessen gemacht wird. Sie wird von der kapitalistischen ma¨nnlichen Gesellschaft ausgenutzt und $quot;verbraucht$quot; und als Ware $quot;verschachert$quot;, bis sie schließlich in die neue unglu¨ckliche Ehe mit ihrem alten Mann zurvu¨ckgeht. Die Postulate, die das Stu¨ck aufstellt, sind nicht positivistisch im Sinne der Frauenbewegung und des davon unlo¨sbaren KIassenkampfs. Sie lauten nur: man soll die komplexe Lage erkennen. Und das Stu¨ck selbst leistet diese Haltung in seinen ku¨nstlerischen Mitteln. Elfriede Jelinek setzt als ku¨nstlerisches Prinzip ein, vorgegebene Materialien zu verwenden. Sie zitiert und montiert literarische vorgegebene, die sie den verschiedensten Kontexten entnommen hat. So hat sie fu¨r Nora nicht nur Ibsen, sondern auch Unternehmer- und Anlageberater-Zeitschriften ausgenutzt. Fu¨r Jelinek ist Theater als Medium der Diskussionsort, wo sie heftig Fragen stellen kann und ihre heftigen Fragen O¨ffentlichkeit finden. Und ihre Bu¨hne ist als `leerer Spiegel` auf die Zuschauer gerichtet und will sie zum Sehen provozieren, und sie zu einer Bewußtmachung von Zusta¨nden und Sachverhalten bringen. Damit erfu¨llt Jelineks Nora zwei Funktionen, die feministische Literatur fordert, d.h. Theater als Forum und Bewußtmachung.
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